Digitale Unternehmen

 

 

 

 

 

Die Welt ist digital. Die Geschäftswelt ist digital. Die Konsequenzen aus dieser Tatsache sind aber für viele Unternehmen noch unklar. Dieser Megatrend ist nicht nur von seinem Ausmaß allumfassend, er betriff t auch jede Firma. Alle Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle überdenken, denn wer jetzt nicht handelt, ist morgen vielleicht schon überflüssig.

Der tägliche Wandel

 

Verlage, Taxiunternehmen oder Reisebüros sehen sich der Konkurrenz von Uber, kostenlosen Nachrichtenportalen im Internet oder Airbnb gegenüber und mussten in den vergangenen Jahren bittere Lektionen lernen. Zeitungen zum Beispiel haben in den vergangenen 20 Jahren fast die Hälfte ihrer Auflage verloren und versuchen deshalb vehement über digitale Kanäle den Verlust auszugleichen. Es bleibt bei dem Versuch.

Tatsache ist: Um den Bedürfnissen der Kunden langfristig gerecht zu werden und den Anschluss an die Wettbewerber nicht zu verpassen, müssen Unternehmen auf die revolutionären Entwicklungen der digitalisierten Welt reagieren. Nur so können sie überleben. Und für viele Unternehmen, gerade im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), steht dieser Wandel noch aus.

Doch es wäre für die Betriebe völlig falsch, in übertriebenen Aktionismus zu verfallen und aus der Sorge um das Überleben, einfach nur „etwas im Internet“ zu machen, um der Entwicklung Rechnung zu tragen. Vielmehr sind ein koordiniertes Handeln und ein Wertewandel in den Unternehmen notwendig, um die Digitalisierung richtig zu nutzen – nämlich als Chance.

 

Firmen durchlaufen eine vierstufige Transformation

Im Grunde genommen durchlaufen die Firmen, egal aus welcher Branche, während der Digitalisierung einen vierstufigen Prozess, eine Transformation: „In der ersten Welle nutzen Unternehmen Online-Kanäle und Online-Werbung, um ihren Absatz zu unterstützen. Bei der zweiten Welle rückt der Kunde stärker in den Mittelpunkt: Anhand von Kundendaten analysieren Unternehmen die Bedürfnisse und das Verhalten ihrer Kunden. Dadurch entstehen individualisierte Angebote. In Welle drei lässt sich dann schon von einer ‚Digital Identity‘ sprechen: Kunden benennen ihre Bedürfnisse konkret und werden vor allem durch Social Media langfristig eingebunden. In der vierten Welle entwickeln sich regelrechte ‚digitale Ökosysteme‘: Nicht mehr die Produkte, sondern die Kunden stehen im Mittelpunkt der Unternehmen. Produkte und Dienstleistungen aus unterschiedlichen Branchen werden in einem digitalen Ökosystem durch ein Partner-Netzwerk gebündelt“, sagt Dr. Carsten Hentrich, Experte für Geschäftsprozesse und Director bei dem Beratungsunternehmen PwC.


Einen guten Teil dieser Transformation hat die MONACOR INTERNATIONAL GmbH & Co. KG schon hinter sich gebracht. MONACOR ist eine internationale Unternehmensgruppe für elektronische Produkte aus den Segmenten Veranstaltungstechnik, Effektlicht, Security, Hi-Fi, Beschallung und ELA-Technik mit Sitz in Bremen. „Für uns als Unternehmen im Großhandel von elektronischen Produkten ist das Thema Digitalisierung extrem relevant. Einerseits befassen wir uns intensiv mit dem Aufbau und der Optimierung unserer digitalen Vertriebskanäle. Andererseits bietet die Digitalisierung von Geschäftsprozessen enorme Chancen“, sagt MONACOR-Geschäftsführer Marco Willroth.

Das Unternehmen hat schon sehr früh begonnen, einen für seine Kunden optimierten B2B-Webshop anzubieten. „Unsere Kunden honorieren dies, indem wir einen sehr hohen Anteil ihrer Bestellungen über diesen digitalen Weg erhalten. Die dadurch in den Vertriebsabteilungen gewonnene Zeit nutzen wir für Beratung und Optimierung der Services für unsere Kunden, was wiederum einen Wettbewerbsvorteil bedeutet. Wichtig ist uns dabei, eigenes Know-how in unserem Haus aufzubauen, um unsere digitalen Services kontinuierlich auszubauen und zu verbessern“, so Marco Willroth.

Ein praktisches Beispiel: MONACOR nutzt die automatische elektronische Rechnungsstellung, um die Mitarbeiter von dieser Aufgabe zu entlasten und den Kunden Rechnungen in digitaler Form zur Verfügung stellen zu können. „Die schnelle Zustellung und die Nachhaltigkeit durch den Wegfall des Papierdrucks und Versands überzeugen unsere Kunden.“ Zeitersparnis plus mehr Service für den Kunden – das sind die Chancen der Digitalisierung.

 

Wer mithalten will braucht neue Ideen

Wer mit dem Wettbewerber Schritt halten will, muss sich in Zeiten der Digitalisierung ständig hinterfragen, neue Ideen haben und diese erfolgreich umsetzen. So wie der Aktenvernichter Reisswolf. „An erster Stelle stehen wir für Sicherheit im Umgang mit Akten und Dokumenten. Gleichzeitig erleichtern wir den Unternehmen das tägliche Datenmanagement“, sagt Oliver Graumann, Vorstand der Reisswolf International AG. Das bedeutet, dass Reisswolf nicht nur Akten und Datenträger zuverlässig vernichtet, das Unternehmen bietet mittlerweile auch die analoge und digitale Archivierung und deren Verwaltung mittels einer eigenen Software. Diese ist insbesondere für KMU über ein Webinterface interessant. „Dabei lassen wir immer die neuesten Technologien einfließen, zum Beispiel in die Entwicklung unserer Softwarelösungen“, erklärt Oliver Graumann.

Aktuell lagert Reisswolf rund 10.000 Kilometer Akten für seine Kunden ein. „Sowohl diese Bestände als auch ihre digitalen Informationen können die Unternehmen über das Web verwalten. Das ist für die
Unternehmen ein wichtiger Schritt zur Digitalisierung. Das System ist genauso sicher wie die Vernichtung der Akten: Sämtliche Datenbanken und Softwarelösungen werden mehrfach redundant ausschließlich auf deutschen Servern gesichert“, erklärt das Vorstandsmitglied.

Reisswolf hat in Zeiten der Digitalisierung den Bedarf seiner Kunden analysiert, Lösungen für deren Bedürfnisse gefunden und somit sein Geschäftsmodell erweitert. „Unser Vorteil gegenüber unseren Wettbewerbern ist, dass wir nicht nur Standardlösungen anbieten. Bei uns bekommt jeder Kunde immer Individuallösungen“, unterstreicht Oliver Graumann.

Und Reisswolf wird den Weg der Digitalisierung konsequent weiterführen. Gerade erst hat das Unternehmen die CIBS Gesellschaft für technische Dokumentation und Archivierung mbH übernommen, die zum Beispiel auf die Branchen Gesundheitswesen, Schifffahrtsunternehmen und Behörden spezialisiert ist. Hierbei unterstützt CIBS das Regierungsprogramm zur Digitalen Akte 2020.

Viel zu tun gibt es gerade in den Handelsbranchen, die man getrost zur Old Economy zählen darf. So zum Beispiel im Aftermarket für Nutzfahrzeugteile, in dem die Monark Automotive GmbH tätig ist. „In Sachen Digitalisierung hat unsere Branche einen hohen Nachholbedarf. Wir sind Getriebene der digitalen Entwicklung, weil unsere Branche lange Zeit zu wenig gemacht hat“, sagt Monark-CEO Ulrich Müller. Sein Unternehmen bietet mehr als 60 Jahre Erfahrung in der Ersatzteilversorgung – von der Einspritzpumpe bis zur Lichtmaschine, vom Anlasser bis zum Arbeitsscheinwerfer. Neben der Produktion von Ersatzteilen an den beiden sächsischen Standorten Dresden und Lengenfeld liefert Monark Automotive auch nach eigener Spezifikation in Auftrag gefertigte Teile und innovative Produkte exklusiver Partner.

Außer dem Vertrieb über den eigenen Webshop kooperiert Monark auch mit zwei Partnern, die die Monark-Produkte auf weiteren B2C- und B2B-Internetplattformen anbieten. „Und das mit gutem Erfolg. In den vergangenen Jahren sind wir dort zweistellig gewachsen“, berichtet Ulrich Müller. Das Problem: „Dieser Vertriebskanal ist sehr stark preis- und verfügbarkeitsgetrieben. Unsere Produkte sind aber sehr beratungsintensiv. Die Beratung kommt hier zu kurz.“ Das könnte Frust beim Kunden auslösen, wenn er nicht begreift, was sein neu erworbenes Produkt alles kann. „Hier könnten zum Beispiel YouTube-Videos Abhilfe schaffen. Das bedeutet aber auch, dass wir Mitarbeiter benötigen, die so etwas erstellen.“

 

Herstellung und Vertrieb über Großhänlder bleibt wichtig

Neben dem Handel über das Internet ist der Vertrieb über weitere Großhändler und die Herstellung von Produkten der weitaus wichtigere Part. „Wir haben uns dafür entschieden, Industriepartner der Großhändler zu werden. Dazu müssen die Händler aber auch regelmäßig mit den notwendigen Daten und digitalen Schnittstellen versorgt werden. Darüber hinaus müssen alle Produkte einen Barcode haben. Das alles kostet eine Menge Geld und Manpower“, erklärt der Monark-CEO. Für Ulrich Müller stellt sich nicht die Frage, ob sein Unternehmen digitaler werden muss: „Das ist selbstverständlich. Wir müssen digital stattfinden, das verlangt der Markt. Zu klären ist aber, wie und wo wir stattfinden. Man darf nicht auf jeden digitalen Zug aufspringen. Wir müssen genau analysieren, was für uns Sinn macht und dementsprechend handeln.“

Und genau das ist der Punkt. Digitalisierung ist ein Hilfsmittel, eine Chance. Aber nicht alles ist notwendig und sinnvoll. Denn es gibt auch Grenzen der Digitalisierung. Das Unternehmen Getränkeland aus der Nähe von Rostock in Mecklenburg- Vorpommern hatte vor drei Jahren einen Online-Getränke-Shop aufgebaut, aber dann auch wieder geschlossen. „Es gab einfach nicht ausreichend Kunden dafür. Das liegt mit Sicherheit auch an der strukturschwachen Region im Nordosten Deutschlands. Und vielleicht waren wir auch ein wenig zu früh dran, denn die richtige digitale Euphorie des Kunden setzt jetzt erst richtig ein“, sagt Axel Heidebrecht, Geschäftsführender Gesellschafter der Getränkeland Heidebrecht GmbH & Co. KG.

Was funktioniert, ist der Lieferservice, der telefonisch oder per E-Mail genutzt werden kann. „Dafür sind die Kunden bereit zu bezahlen, weil sie den Mehrwert sehen.“ Aber Axel Heidebrecht setzt weiter auf ein Online-Angebot. „Das ganze Sortiment anzubieten, ist nicht darstellbar. Aber Spezialitäten, wie etwa einen 30 Jahre alten Rum, der ansprechend verpackt und pünktlich beim Kunden ist – das ist online möglich.“ Deshalb will das Unternehmen es jetzt auch bei Amazon versuchen und Spezialitäten an den Kunden bringen: „Wir experimentieren, was möglich ist. Es soll kein Geld verbrannt werden, aber es gibt Chancen, die wir nutzen wollen.“

Egal in welcher Phase der Digitalisierung sich ein Unternehmen befindet – niemand kann sich dem Megatrend entziehen. Wichtig ist es, zu sehen, was die Digitalisierung einem Unternehmen bringen kann, wo die Chancen sind und vor allen Dingen, was Sinn macht. Einfach nur Geld in die Digitalisierung zu investieren, weil man dabei sein will, ist nicht zielführend.
Ansprechpartner

Martin Schnitker

Pressesprecher

Tel.: 040 30801-151

Mobil: 0177 3470585

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